Heldinnen und Helden im Fenster der Bücherei

Mindestens bis Ende Februar können Gerresheimer sehen, welche Personen der Künstler Werner Burkard in seinem neuen Projekt als Helden versteht.

Eva Herman ist eine Heldin von Werner Burkard.

Foto: CAD

In den Schaufenstern der Bücherei an der Heyestraße 4 hat er zehn Plakatfolien aufgehängt, die Lebensgeschichten und Lebensmissionen von Menschen zeigen, die nicht unbedingt dem Massengeschmack entsprechen.

Da ist zum Beispiel Eva Herman. Die Tagesschausprecherin stellte ihr konservatives Familienmodell in einem Buch vor und handelte sich Beurteilungen ein, wie: sie verherrliche das Gedankengut der Nazis. Ihren Job war sie daraufhin los. Sie prozessierte, erstritt Unterlassungsklagen und Schadensersatzzahlungen.

Zum Beispiel die Schmisers: Percy Schmiser und seine Frau Louise haben Pech. Sie betreiben konventio-
nellen Rapsanbau in unmittelbarar Nähe zu Versuchsfeldern des Saatgutriesens Monsanto. Sie werden von der
Firma ständig behelligt und immer wieder verklagt. Die Schmisers sollen angeblich Monsantos Saatgut gestohlen und für eigene Zwecke verwendet haben. Die ständigen Prozesse bringen die beiden an den Rand des Ruins. Sollen sie aufgeben oder weitermachen ? Sie bleiben und kämpfen für eine nachhaltige, ökologische Landwirtschaft. 2007 erhalten sie den alternativen Nobelpreis.

Zum Beispiel: Inge Hannemann. Sie arbeitet im JobCenter der Hansestadt Hamburg als Arbeitsvermittlerin.Sie sieht die Hartz-4-Gesetze kritisch. Fördern kann sie kaum - mangels wirklicher Jobs, fordern soll sie um so mehr. Sie hält diesen Widerspruch nicht aus und weigert sich, Sanktionen gegen die Arbeitssuchenden zu verhängen. Aus Vermittlung wird Herrschaft über Menschen, sagt sie. Hannemann wird abgemahnt, vom Dienst freigestellt und erhält Hausverbot.Sie gibt nicht auf, klagt auf Weiterbeschäftigung im alten Job. (schrö)

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