Filmmuseum startet Schau zur „Symphonie des Grauens“ Klauen und Zähne

Das Filmmuseum Düsseldorf, Schulstraße 4, zeigt ab Freitag, 10. Januar, die Studioausstellung „Nosferatu Revisited“. Sie eröffnet um 18 Uhr mit der Inszenierung „Nosferatu – Ein Menuett der Schatten“. Zu sehen ist sie bis zum 31. März.

Mit der Inszenierung „Nosferatu - Ein Menuett der Schatten“ wird die neue Ausstellung im Filmmuseum eröffnet.

Foto: Ivan Toscanelli

„Nosferatu Revisited - Ein filmischer Klassiker zwischen schwarzer Romantik und Naturmystik“ ist einem Filmklassiker gewidmet: das Original, „Nosferatu - eine Symhonie des Grauens“, von Friedrich Wilhelm Murnau entstand 1921/22. 1979 erweckten Werner Herzog und Klaus Kinski den Vampir-Grafen erneut zum Leben. Im Januar folgte nun die Neuverfilmung durch den US-amerikanischen Regisseur Robert Eggers, „Nosferatu – Der Untote“ mit Lily-Rose Depp, Nicholas Hoult, Willem Dafoe und Bill Skarsgård als Orlok.

Die Studioausstellung im Filmmuseum ordnet die Filmversionen zeit- und wirkungsgeschichtlich ein. Auch die Hintergründe der einzelnen Produktionen werden beleuchtet. Gezeigt werden Originalaufnahmen, Entwürfe und Grafiken des Filmarchitekten und Produzenten Albin Grau zum Murnau-Film oder Klaus Kinskis Originalkostüm sowie Klauen und Zähne aus Herzogs Wiederbelebung des Mythos. Auch die Bilder aus der Neuverfilmung deuten in ihren an Caspar David Friedrich erinnernden – hier nun aber alptraumhaft verkehrten – Landschaften eine bestimmte Linie an: die der Schwarzen Romantik.

Nosferatu bleibt ein zeitloses Meisterwerk, das die Grundlagen des Horror- und Vampirfilms maßgeblich geprägt hat und bis heute Neuverfilmungen erfährt. Als besonders einflussreich erweist sich die Ästhetik seiner expressionistischen Bildsprache. Albin Grau gilt als eine für die Produktion zentrale Figur, da er als Mitbegründer der Prana-Film die finanziellen Mittel bereitstellte und als Szenenbildner Murnaus kreative Vision maßgeblich beeinflusste.

Seine Faszination für das Übernatürliche und Okkulte prägte die Symbolik und visuelle Gestaltung des Films. Deutlich wird der Einfluss der Schwarzen Romantik - einer künstlerischen Bewegung, die sich mit dem Unheimlichen und Übernatürlichen sowie den Abgründen der menschlichen Psyche befasst - in der Verwendung von Schatten und Licht oder der unheimlichen Gestaltung von nebelverhangenen Landschaften.

Eröffnet wird die Studioausstellung am Freitag um 18 Uhr mit der Inszenierung „Nosferatu - Ein Menuett der Schatten“ (Buch und Regie: Gisbert Franken). Diese ist zugleich Prequel als auch Sequel zu Murnaus berühmten Nosferatu-Film. Sie verfolgt den Ahnherrn aller Vampire durch die Jahrhunderte - wir erleben ihn unter anderem im mittelalterlichen Gotland und im ausgebombten Berlin gegen Ende des Zweiten Weltkriegs. Schauspieler Gerd J. Pohl verkörpert den Vampirjäger Maximilian von Hassler ebenso wie Nosferatu selbst, Letzteren unter Verwendung einer meisterlich gearbeiteten Großfigur (Puppenbildner: Jürgen Maaßen), die nach ihrem Einsatz in der Performance während der Vernissage auch in der Ausstellung zu sehen sein wird.

Die Eröffnung ist kostenlos. Anlässlich der Studioausstellung werden zudem spezielle Themenführungen und Workshops angeboten. Reservierungen sind an der Kasse des Filmmuseums telefonisch unter 8992232 möglich.

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