„Ein über mehr als zehn Jahre in der Stadtgesellschaft ausgehandelter Kompromiss soll mit einem Federstrich vom Tisch gewischt werden“, so Cleffmann. „Wir sind erschüttert, dass sich die Sozialdemokraten vom Dialog mit den Bürgern verabschieden. Ein Denkmal unserer Industriegeschichte soll vernichtet werden, ohne dass es auch nur einen merkbaren Effekt für den Klimaschutz gibt.”
Gemeinsam mit dem Heimatverein Düsseldorfer Jonges und der Aktionsgemeinschaft Düsseldorfer Heimat- und Bürgervereine (AGD) fordert die Initiative die Stadtratsfraktionen auf, den erreichten Kompromiss nicht in Frage zu stellen. Die Lage bei den Gaspreisen habe sich wieder entspannt. Gaslaternen hätten einen verschwindend geringen Anteil sowohl am Gasverbrauch (weniger als 1 Prozent) als auch am CO2-Ausstoß (weniger als 0,25 Prozent) der Stadt. An anderer Stelle investiert, könne mit demselben Aufwand mindestens drei- bis viermal so viel CO2 eingespart werden. Außerdem würden knappe Tiefbau- und Handwerkerkapazitäten gebunden, die wesentlich sinnvoller für andere Infrastrukturprojekte wie zum Beispiel den Aufbau von Ladesäulen eingesetzt werden könnten.
„Düsseldorf hat nur wenige überregional bedeutenden Denkmale“, sagt Luz Cleffmann. „Zahlreiche Düsseldorfer Bürgerinnen und Bürger haben sich als Einzelpersonen und Nachbarschaften oder über Bürgervereine, die AGD oder die Düsseldorfer Jonges jahrelang für den Erhalt der Gaslaternen eingesetzt.“
Wenn die SPD den Ratsbeschluss vom 14. Mai 2020 handstreichartig über den Haufen werfen wolle, sei dies ein weitgehend wirkungsloses Stück Symbolpolitik.
Jonges-Baas Wolfgang Rolshoven, ergänzt: „Wer die Gaslaternen im Stadtbild verrotten lässt oder eliminiert, löscht Geschichte und Geschichten aus, denn sie sind Zeugnisse der Stadt. Wir werden dies nicht zulassen.”